Kein Hessentag in Pfungstadt

letzte Änderung am 03.12.2019


Pfungstadt hat die Schlacht um den Hessentag gewonnen

Endlich ist es entschieden. Pfungstadt hat die Schlacht um die Ausrichtung des Hessentages gewonnen. Wie glücklich müssen die Verfechter der Hessentagsidee nun sein, da ihnen dieser Sieg gelungen ist.
Vor wenigen Monaten gab es noch eine heftige Diskussion um ein Vertreterbegehren, in dem die BürgerInnen die Entscheidung für oder gegen den Hessentag hätten treffen können. Nein, hieß es von der Verwaltungsspitze. Das dauert doch alles viel zu lange. Wenn wir nicht schnell handeln, werden wir die Anmeldefrist des Landes Hessen versäumen. Andere werden schneller sein als wir. 
Das wäre tatsächlich bitter gewesen. Aber, wie sich nun herausstellt, gab es keinen Mitbewerberdruck. Pfungstadt war (man hatte es nicht anders erwartet) nämlich die einzige Bewerberin um das lukrative Fest der Hessen. Und das obwohl der Hessentagsbeauftragte des Landes, die Segnungen und gewaltigen Gewinnaussichten des Festes sicherlich auch anderen Kommunen versucht hat schmackhaft zu machen.
Vorbei also die Mähr vom gewaltigen Zeitdruck, der eine Einbeziehung der Bürger unmöglich gemacht hat. 
Schade, dass die Verwaltungsspitze durch ihr unangemessenes Taktieren  das Vertrauen vieler Bürger verspielt. Pfungstadt hätte besseres verdient, als die Politik der Brechstange, die Bürgermeister Koch praktiziert.
Ein Grund mehr, nun auch anderen, als alternativlos bezeichneten Vorhaben zum Wohle Pfungstadts, mit großem Misstrauen zu begegnen. 

Nachtrag: Es gab zwei Kommunen die anfangs Interesse am Hessentag zeigten. Fritzlar hat  bereits im Dezember 2018 !! entschieden, sich für 2024 zu bewerben. Neu-Isenburg hat seine Bewerbung ganz zurückgezogen, die aber letztlich auch für das Jahr 2024 im Raume stand.
Man hat sich also nicht gescheut, die Bürger ganz bewusst anzulügen. Der Hessentagsbeauftragte des Landes und Herr Bürgermeister Koch haben diese Fehlinformationen genutzt um den Hessentag in Pfungstadt durchzusetzen. 




Heute Bürgerversammlung zum Thema Hessentag

Um 19 Uhr findet heute in der Sport- und Kulturhalle (Friedrich-Ebert-Schule, Ringstr.) eine Bürgerversammlung zum Thema Hessentag statt.
Dann wird man hoffentlich erfahren, wie viele Mitbewerber Pfungstadt aus dem Rennen um den Hessentag werfen musste.
Morgen wird die Landesregierung bekannt geben, wer den Zuschlag für die Ausrichtung des Festes der Hessen im Jahre 2023 erhalten hat.
Vor der Bürgerversammlung ist eine Demonstration gegen die Verlegung der Brauerei auf das Gelände des ehemaligen Schwimmbades geplant. Die Demonstration soll um 18.30 Uhr beginnen.

Hessentag schafft Fußgängerzone?

Braucht Pfungstadt den Hessentag um die Eberstädter Straße in Teilbereichen in eine Fußgängerzone umzuwandeln?
Die Idee mag gut sein, aber sie ist nicht neu. Bereits vor Jahren gab es den Versuch dafür eine Mehrheit in Pfungstadt zu finden. Die Interessengemeinschaft Selbstständiger in Pfungstadt (ISP) setzte sich jedoch lautstark gegen diese Pläne zur Wehr (wo sollen nur die armen Kunden parken, wenn nicht direkt vor dem Geschäft) und die Politik gab nach.
Nun, da der Hessentag mit Finanzhilfen lockt, wird die alte Idee wieder aufgegriffen und ist sogar die Nummer 1 auf der Prioritätenliste. 
Die zukünftige Fußgängerzone soll zum Flanieren einladen, aber dazu braucht es attraktive Angebote für die Besucher. Diese sind jedoch bislang, und bleiben es wahrscheinlich auch in Zukunft, Mangelware auf der Hauptstraße. Ob sich aber, wie z.B. in Darmstadt, eine vielfältige Straßengastronomie entwickeln wird, darf bezweifelt werden.
Übrigens schaffen andere Kommunen solche "Umwandlungen" ganz ohne einen Hessentag bemühen zu müssen. Auch Pfungstadt hätte die Pläne schon längst umsetzen können, wenn nicht der Widerstand der lokalen Geschäftswelt diese verhindert hätte.
Meiner Ansicht nach würde es ausreichen, die Eberstädter Straße in eine verkehrsberuhigte Zone zu verwandeln, mehr Stellplätze für Fahrräder zu schaffen und den Parkraum weiter einzuschränken. Dazu braucht es keinen Hessentag!

Großer Auftritt in Wiesbaden

Wie das Darmstädter Echo berichtet, besuchte eine Delegation aus Pfungstadt am 11.11.2019 (Helau!!) die Staatskanzlei in Wiesbaden und gab dort die Bewerbungsmappe für den Hessentag 2023 ab. 
Stadtverordnetenvorsteher Oliver Hegemann und Bürgermeister Patrick Koch waren bei Staatsminister Axel Wintermeyer sicherlich gern gesehene Gäste, denn bislang gibt es für die Ausrichtung des Hessentages lediglich Pfungstadt als Bewerberin.
Man muss sich fragen, weshalb keine anderen Kommunen in Hessen ein Interesse an der Ausrichtung des Landes Festes haben, wenn die finanziellen Vorteile für die Stadtentwicklung so überragend sind. 
Beim Betrachten der in Wiesbaden eingereichten Projektliste kommen Zweifel auf, ob viele der dort angesprochenen Vorhaben nicht auch ohne den Aufwand und die Belastungen des Hessentages bewältigt werden könnten.
Lesen Sie auch den Bericht dazu im DE: Pfungstadts Bewerbung für Hessentag läuft

Weshalb war Eile geboten?

In der Stadtverordnetenversammlung am 14.10.2019 wurde (auch von der Verwaltung) der Eindruck vermittelt, dass die Bewerbung für den Hessentag schnellstmöglich abgegeben werden müsse, um anderen Bewerbern zuvor zu kommen.
Trotz intensivster Bemühungen kann man im Internet keine Kommune finden, die sich für den Hessentag bewerben wollte.
Es sei denn, die Diskussion um ein Für und Wider wäre dort in aller Heimlichkeit geführt worden. Unter völligem Ausschluss der Öffentlichkeit?
Man kann es kaum glauben.
Vielleicht kann mir aber Jemand auf die Sprünge helfen und mir mitteilen, um welche oder welchen Bewerber es sich handelt. Wenn ja, dann bitte ich um Nachricht an meine mail-Adresse: mail@ali-hensel.de

Klima egal statt Klima neutral

In der gestrigen Stadtverordnetenversammlung wurde gegen die Stimmen der UBP und zweier Abweichler aus den übrigen Parteien, die Bewerbung zum Hessentag beschlossen.
Dankenswerter Weise hat die Iris Walter von der UBP in ihrer Rede aufgezeigt, welche finanziellen Risiken die Durchführung des  Hessentages für Pfungstadt bedeutet. Nachzulesen ist dies auf der Internetseite der UBP.

Die Mehrzahl der Stadtverordneten sahen aber in erster Linie die „Chancen“ für die Stadt und hielten die Risiken für beherrschbar.
In den meisten Reden wurde deutlich, worum es im Grunde geht. Pfungstadt soll die Chance des Hessentages nutzen um weiter zu wachsen. Um endlich wieder auf Augenhöhe mit Griesheim und Weiterstadt zu gelangen. Dahinter steckt nichts weiter als der Traum von einem ungebremsten Wachstum. Klimaneutral natürlich.
Zum Hessentag werden fast 1.0 Million Besucher erwartet. Die meisten davon mit dem Auto. Macht doch nix. Da pflanzen wir ein paar Bäume und die Emissionen neutralisieren sich? Früher sagte man, da lachen doch die Hühner. Aber selbst den Hühner vergeht das Lachen bei einer Sichtweise, die so tut als ob wir in den letzten Jahrzehnten nicht schon längst die Grenzen des Wachstums überschritten hätten.
Fridays for future? Nicht mit den Pfungstädter Stadtverordneten. Die träumen weiterhin vom Segen des Wachstums. Klima-neutral natürlich.

Und noch ein Traum, der mit dem Hessentag verbunden ist. Pfungstadt soll endlich bekannter werden. Wozu eigentlich, und was bitte schön, will man dem anreisenden Touristen an Reizen  bieten? Ein Rathaus, das zugegebenermaßen sehr schön ist? Eine Kirchmühle, die zwar nett aussieht, aber nicht bewirtschaftet ist? Den, das Stadtbild dominierenden, Turm der Malzfabrik? Mehr fällt einem an touristischen Highlights beim besten Willen nicht ein.
Man muss sich damit abfinden, dass Pfungstadt ausschließlich wegen seiner Lage (zwischen den Autobahnen und nah am Flughafen) attraktiv ist. Schnell hin, schnell wieder weg. Das sind die Pfunde mit denen Pfungstadt wuchern kann.
Es geht also nicht darum für die Menschen eine schönere und lebenswertere  Stadt zu gestalten. Das könnte man auch ohne Hessentag vorantreiben. 
Es geht um mehr Bau- und Industriegebiete, um mehr Verkehr und mehr Landschaftsverbrauch.
Tut uns leid liebes Klima, aber in Pfungstadt hast du leider schlechte Karten.


Die Bauern haben es in der Hand

Ohne dass die Pfungstädter Bauern die benötigten landwirtschaftlichen Flächen (40-60 Hektar) zur Verfügung stellen, wird die Durchführung des Hessentag nicht möglich sein. Die Flächen werden für Parkplätze und die Landesausstellung benötigt und werden damit über einen längeren Zeitraum der landwirtschaftlichen Nutzung entzogen.
In einem Bericht des DE über eine Podiumsdiskussion der CDU werden aber noch mehr Bedenken klar.
Lesen Sie den Bericht des DE zur CDU Veranstaltung: Feld für Hessentag ist nicht bestellt

Stadtverordnetenversammlung entscheidet am 14. Oktober über die Bewerbung der Stadt Pfungstadt zum Hessentag 2023

Bei der Entscheidung geht es nicht darum, ob der Hessentag mit seinen klimaschädlichen Auswirkungen (u.a. hohes Verkehrsaufkommen, Verwandlung von Ackerflächen in Parkraum für 20.000 PKW´s, Sperrung der Innenstadt während des Festes) zu befürworten ist oder nicht. Nein, im Focus stehen allein finanzielle Erwägungen.
Was kann die Stadt mit den Fördermitteln des Landes Hessen (6,1 Mio Euro) an neuen Projekten und an Investitionen realisieren? Und welchen Imagegewinn bringt der Hessentag für Pfungstadt?

6,1 Mio, das hört sich nach einem gewaltigen Finanzvolumen an. Leider stehen dem Zuschuss jedoch mindestens 2,3 Mio. Euro gegenüber, die von der Stadt und ihren Bürgen als Defizit der Veranstaltung getragen werden müssen.
Da in der Regel das Defizit höher ausfällt, als von der Verwaltung geplant, werden für die Stadt netto bestenfalls um die 3,0 Mio als Investitionssumme verbleiben.
Man darf sich also die Frage stellen, ob viele der nun vorgesehenen Maßnahmen zum Wohle der Stadt sich nicht auch so finanzieren ließen.
Denn eines darf man nicht vergessen: die Stadt und ihre Verwaltung werden durch die Vorbereitung und die Durchführung des Festes noch viele interne Mittel (Personalkosten und verminderter Service für die Bürger) aufbringen müssen, die in die Rechnung nicht einbezogen sind.
Ob und wie die Bürger der Stadt von einem Imagegewinn profitieren sollen, ist völlig unklar. Gut möglich, dass Pfungstadt aber für weitere Investoren, die unsinnige und klimaschädliche Projekte verwirklichen wollen (siehe Haifischaquarium), interessant wird.

Es wird am kommenden Montag also spannend werden, ob am Ende nicht bei den Stadtverordneten doch die Vernunft siegt und dem Hessentag eine Absage erteilt wird.

update zum Planungsstand des Hessentag

über die Seite der UBP lässt sich eine Dokumentation zum aktuellen Planungsstand (August 2019) des Hessentag 2023 downloaden

Die von der Pfungstädter Woche initiierte Umfrage (Ja oder Nein zum Hessentag) ist gescheitert.
Hier die Meldung dazu:
Keine Zahlen In der vergangenen Ausgabe der „Pfungstädter Woche“ haben wir Zugangscode und Link zu einer von der Redaktion gestarteten, nicht repräsentativen Online-Umfrage veröffentlicht, die nach „Hessentag Ja oder Nein“ fragte (Mehrfachnennungen wurden nur einmal gezählt). Bis zum Ende der Umfrage am vergangenen Montag um 18 Uhr gab es 561 Teilnahmen. Der Redaktion liegen jedoch vertrauliche Informationen vor, die auf eine gezielte Manipulation der Umfragewerte schließen lassen. Vor diesem Hintergrund verzichten wir auf eine Veröffentlichung der Ergebnisse. Bei Fragen: redaktion@plegge-medien.de 
Wer hat da wohl versucht zu manipulieren?

Ganz aktuelle Informationen zum Hessentag gibt es durch eine Anfrage der UBP -Fraktion an den Bürgermeister. Die Fragen der Unabhängigen Bürger Pfungstadt und die Antworten der Verwaltung sind nachzulesen auf der facebook-Seite der UB 


Prestigeträchtig, kostenintensiv, klimaschädlich

Es verwundert nicht, dass sich bislang für den Hessentag 2023 keine Kommunen beworben haben. Das Mega-Event schadet mit einem vorhersehbaren Millionendefizit  (günstigenfalls 2,4 Mio) den städtischen Finanzen. Was aber für uns alle von noch größerer Bedeutung ist: Es ist in höchstem Maße klimaschädlich. Die zu erwartenden Verkehrsströme, machen die Einrichtung von 20.000 Parkplätzen und einer in Pfungstadt bisher nicht vorhandenen Festfläche mit mehreren tausend Quadratmetern notwendig. In einer Region, die ohnehin von massiven Verlusten an landwirtschaftlichen und naturnahen Flächen betroffen ist, lässt sich dies mit gutem Gewissen nicht mehr vertreten.
Ganz abgesehen von den klimaschädlichen Aspekten, fehlt bisher eine städtebauliche Gesamtkonzeption, wie und wofür die knappen Fördermittel des Landes eingesetzt werden sollen. Man darf vermuten, dass der Bürgermeister hofft, mit dem Hessentag einen Hebel gefunden zu haben, mit dem sich die bisherigen Restriktionen des regionalen Flächennutzungsplanes vom Tisch wischen lassen. Dies würde vermutlich darauf abzielen nach dem Hessentag weitere Baugebiete im Westen der Stadt zu erschließen. Die Einrichtung eines Festplatzes inklusive der notwenigen Parkflächen sowie der dazugehörigen Verkehrswege wären der willkommene Anlass um hier Tatsachen zu schaffen.
Das den Bürgern und Bürgerinnen versprochene Mitspracherecht bei der Ausgestaltung des Hessentages hört sich zunächst nach einem demokratischen Verfahren an. Wenn man aber eine Einbeziehung der Bevölkerung tatsächlich will, dann dürfen vor einer Befragung der Bürger keinerlei Festlegungen durch die Stadtverordnetenversammlung getroffen werden. Im Nachhinein nur noch mitreden zu dürfen ist in Wahrheit eine Entmündigung die Bürger. 

Wer für das 10tägige Fest der Hessen auf die freiwillige Mitarbeit von ca. 5.000 Ehrenamtlichen (nach neuesten Angaben der Verwaltung nur ca. 2.500 Personen) angewiesen ist, muss diese in den Entscheidungsprozess mit einbeziehen.


ein Albtraum - so sehen Parkplätze auf einem Hessentag aus 


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